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Freiwillige Feuerwehr Viernau

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letzte Änderung:
10.04.2017

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Viernau bis 1900

Untrennbar verbunden mit dem Schicksal unserer Heimatgemeinde Viernau ist Wirken und Werden unserer örtlichen Freiwilligen Feuerwehr. Spiegelt sich doch die Entwicklung einer gemeinnützigen Einrichtung mit einer über hundertjährigen Tradition wider. Es gilt die junge Generation zu motivieren, den Gedanken der Freiwilligkeit in das nächste Jahrtausend mitzunehmen. Dieses ist Leitgedanke aller Verantwortlichen in der Feuerwehr und der örtlichen Verwaltung bei ihren Bemühungen zur Sicherung der Aufgabenstellung im kommunalen Brandschutz.
Aus spärlich vorhandenen Aufzeichnungen, aber durch umfangreiche Recherchen meinerseits ist es mir gelungen, die Entwicklung der Feuerwehr und des Brandwesens unserer Gemeinde zu rekonstruieren.

Von Willimar Jung

Seit 1875 militärisch ausgebildete Feuerwehr in Viernau - zugleich die chronologische Brandgeschichteunseres Heimatortes

Das erwähnte Gründungsjahr der Viernauer „Freiwilligen Feuerwehr“ geht auf einen Beschluß des Kreistages des preussischen Landkreises Schleusingen vom 26. November 1874 zurück. In diesem Beschluß wurde die Einrichtung eines Kreis-Amtes für Feuerlöschwesen, als unbesoldetes Ehrenamt, beschlossen. Der Fabrikbesitzer Oskar Schwarze aus Schleusingen wurde zum ersten Kreis-Brand-Direktor gewählt und vom Landrat v. Heppe bestätigt.

Am 14. Januar 1875 wurde eine vorläufige Dienst-Anweisung von dem Kreisbrand-Direktor des Kreises Schleusingen erlassen und den Orten des Landkreises die Einrichtung von militärisch geschulten Feuerwehren empfohlen.

Die Anfänge des Löschwesens und einst bestehende Feuer-Ordnungen in unserer Heimat - „Zu helfen in der Not ist unser Gebot“. -

Dieser Ausspruch hatte schon im Mittelalter Gültigkeit, denn Feuersbrünste waren die Alpträume dieses Zeitalters. Eng klebten die Häuser aneinander, Feuergiebel und Feuerwände kannte man nur selten, und so war es kein Wunder, wenn bei ausbrechenden Bränden oft Dörfer und ganze Stadtteile in Schutt und Asche sanken. Hunger, Elend und Not waren die Folgen. Selbstverständlich gab die Obrigkeit Feuer-Verordnungen mit allen erdenklichen Maßnahmen heraus, um Feuersbrünste zu verhindern.

Am 6. Mai 1788 veröffentlichte der Landesherr der Gefürsteten Grafschaft Henneberg, Kurfürst Friedrich August ein Mandat, die „Feuerordnung“ im Henneberg-Schleusingischen Anteils betreffend. Aus dem interessanten und umfangreichen Aktenstück - es zerfällt in vier Abschnitte mit 87 Paragraphen - möchte ich die Einleitung zum Mandat und die vier Kapitel nennen.

Der Landesfürst, Kurfürst Friedrich August zu Dresden verkündet:
„Fügen allen Unserer Vasallen, Ober- und Unter-Obrigkeiten, auch sämtlichen Einwohnern und Untertanen unserer Hennebergischen Lande hierdurch zu wissen: Maßnahmen, da bei den meisten der in unsern Landen zeithero so häufig entstandenen Feuersbrünsten wahrzunehmen gewesen, daß selbige entweder durch die Hauswirte und der Ihrigen Verwahrlosung und Unachtsamkeit, oder durch die üble Beschaffenheit der Feuerstätten veranlasset worden, und daß sonderlich in den Dörfern die möglichster Anwendung der Feuergefahr und zum Löschen nötigen Gerätschaften, Einrichtungen und Anstalten entweder gänzlich ermangeln oder doch sehr unzureichend sind, . . . „

Kapitel I Was zur Verhütung der Feuersbrünste zu beachten ist? (49 §§)

Kapitel II Von den Feuer-Gerätschaften und der zum Löschen anzustellenden Per sonen (14 §§)

Kapitel III Wie man sich zu verhalten hat, wenn eine Feuersbrunst entsteht (20 §§)

Kapitel IV Was nach gelöschtem Feuer zu beachten ist (4 §§)

Beachtenswert ist die Nachschrift: „Diese Feuer-Ordnung ist öfters Sonntag-Nachmittag vor versammelter Gemeinde - unter Zuziehung des Dienst-Gesindes - vom Orts-Vorsteher deutlich vorzulesen.“

Mit der Besitzergreifung des Henneberger Landes durch Preußen, am 22. Mai 1815, wurde auf allen Gebieten neue Gesetze und Verordnungen erlassen. So auch im Feuerlöschwesen. Die preußische Regierung in Erfurt erließ am 12. Mai 1837 eine als „Muster bezeichnete Feuerordnung“ für alle neuen preußischen Gebietsteile, so auch mit Gültigkeit für den Kreis Schleusingen. Sie bestand aus 108 Paragraphen, gegliedert in 4 Abschnitte und setzte alle früheren Feuer-Ordnungen außer Kraft. Die Abschnitte setzten sich zusammen:Rettungsmannschaft, Spritzenmannschaft, Wassermannschaft mit Feuerläufer und die Feuerwache.

Es waren strenge Maßnahmen u. a. für Gewerke und Handwerk festgelegt. Zum Beispiel war es verboten, mit offenem Licht Ställe, Scheunen und Böden zu betreten bzw. in Ställen und Scheunen zu rauchen. Ein jeder Hauswirt war „schuldig“, einen mit der Haus-Nr. versehenen Eimer griffbereit, mit dazugehörigem „Löschwisch“ vorrätig zu haben. Die Besitzer von Zug- und Ackerpferden mußten beim ersten Feueralarm, ausgelöst durch Glocken, Feuerhorn oder mit dem Ruf „Feuer“, schleunigst ihre Pferde angeschirrt zu den Spritzenhäusern senden, um Handdruckspritzen, Leitern und weitere Gerätschaften zu den Brandherden zu bringen.

Im März 1866 wird durch Erlaß des Landrates des Kreis Schleusingen Herold, die seit dem 29. August 1819 bestehende Einteilung der Feuerpolizeibezirke der Landgemeinden aufgehoben. Der Kreis wird in X (10) Feuerbezirke neu eingeteilt. Viernau kam zum Feuerbezirk II (Benshausen) mit den Orten Benshausen, Albrechts und Ebertshausen.

Hinweise auf eine Feuerwehr in Viernau ersehen wir aus unserer Ortschronik aus dem Jahre 1937, verfaßt von Georg Neugebauer. Hier wird der Brand des Pfarrhauses im Jahre 1738 erwähnt. Für das Jahr 1871 wird vermerkt: Am 27. Juni brach durch das Hochwasser der Damm der Schönau. Das Spritzenhaus wurde unterspült, sodaß es abgerissen werden mußte. Das Spritzenhaus stand am damaligen Mittelpunkt des Ortes neben der Dorfkirche, dem heutigen „Platz der Deutschen Einheit“. Der Neubau wurde in der Mühlstraße errichtet, wo es bis 1964 stand.

Im Jahre 1872, am 8. Mai, brach in unserem Ort ein großes Schadenfeuer aus. Es begann in der Schafgasse, ergriff die „Insel“, ein starker Südwind trieb das Feuer die Hauptstraße entlang bis zum Hause der heutigen Familie Bock. Insgesamt wurden 25 Wohnhäuser sowie 30 Scheunen und Stallgebäude eingeäschert. Es wurden 50 Familien obdachlos. Die Chronik vermeldet, daß während des Brandes etwas eigentümliches beobachtet wurde; das Haus eines Johann Georg Kühhirt an der Hauptstraße blieb, obgleich ringsum vom lodernden Feuer umgeben, von den Flammen verschont.

Die Gemeinde Viernau veröffentlichte im „Henneberger Kreisblatt“ einen Hilferuf, welchen ich im Originaltext wiedergebe.

H ü l f e r u f

Unsere arme Gemeinde ist gestern von einem schweren Brandunglück betroffen. Gegen 11 Uhr, bei heftigem Winde, brach mitten im Dorfe Feuer aus und zerstörte in wenigen Stunden 25 Wohnhäuser und 30 Scheunen und Stallgebäude. Ungefähr 50 Familien sind obdachlos. Gegen Feuerschaden sind nur die Hälfte der Gebäude und nur in zwei Haushaltungen die Mobilien versichert. Die Not der Abgebrannten, welche zum Teil aus armen Holzarbeitern bestehen und die bei der Heimkehr aus dem Walde ihre Habe vernichtet sahen, ist groß, zumal die geringen Vorräte an Nahrungsmitteln und Viehfutter, welche bis zur nächsten Ernte notdürftig ausreichen konnten, fast ganz ein Raub der Flammen geworden sind.

Da die übrigen Ortseinwohner nur geringe und bei Weitem nicht ausreichende Hülfe leisten können, so wenden wir uns an alle Menschenfreunde im lieben Vaterland mit der dringenden Bitte, die Abgebrannten durch Liebesgaben zu unterstützen.

Die Unterzeichneten werden dankbar desfallsige Beiträge entgegen nehmen und über die Verwendung öffentlich Rechnung legen. Ebenso ist das Königl. Landratsamt zu Schleusingen bereit, Unterstützungsbeiträge anzunehmen und uns zu übermitteln.
Viernau, Kreis Schleusingen, am Himmelfahrtstag, den 9. Mai 1872.

Grimm, Schulze, Hofmannbeck, Schöppe, Gratz, Uhrmacher.
Hellmann, Drechsler, Hartung, Pastor, Bormann, Oberförster.

Durch diesen Hilferuf und durch Brandbitten in der näheren und weiteren Umgebung wurde eine große Menge Naturalien, Kleider und Möbel gespendet, so daß die dringendste Not gelindert werden konnte. An barem Geld kamen 1268 Taler zusammen, die Häuser wurden nach und nach wieder errichtet. Bei diesem Brand sind viele Gemeindeakten verloren gegangen. Die Stadt Suhl spendete 269 Thaler, 10 Silbergroschen, 3 Pfg. 200 Thaler kamen vom Vaterländischen Frauenverein, 20 Thaler und 12 Silbergroschen von der höheren Töchterschule in Burg bei Magdeburg. An Naturalien wurden gespendet: 262 Brote, 22 Semmeln, 46 Scheffel Getreide und Hülsenfrüchte, 163 Kötzen Kartoffeln, 61 Centner Heu, 2120 Bund Stroh, 46 Pfund Speck, Reis, Kaffee und 27 Pfund Erbswurst.

In einer öffentlichen Dankeserklärung der Gemeinde Viernau heißt es:

D a n k

den Gemeinden Herges-Hallenberg, Steinbach-Hallenberg, Springstille, Christes, Schwarza, Benshausen, Rohr, Bermbach, namentlich den Spritzenmannschaften, der Feuerwehr in Mehlis und Zella St. Blasii, sowie den Rettungsmannschaften aus den nah und fern herbeigeeilten Gemeinden, welche sich bei dem großen Brandunglück am 8. Mai unermüdet thätig bewiesen haben, sagen wir öffentlich herzlichen Dank.
Möge Gott jeden Ort vor einem ähnlichen Unglück bewahren.

Viernau, den 25. Mai 1872. Namens sämtlicher Einwohner. Grimm, Schulze.

Bereits am 2. August 1872 wandte sich auf Grund der großen Brände in Schmiedefeld 1871 und Viernau 1872, der Kreis-Feuer-Societäts-Direktor des Kreises Schleusingen mit der Aufforderung ihre Gebäude zu versichern an alle Einwohner und an die Ortsbehörden des Kreises. In dieser Aufforderung heißt es u. a..: „Mögen sich die nicht versicherten Gebäudebesitzer die traurigen Beispiele von Schmiedefeld und Viernau, wo so mancher von den Nichtversicherten durch den Brand plötzlich mit seinem Hause auch sein ohnedies geringes Vermögen verloren hat, zur Warnung dienen.“

Erneut schwebte, lt. Henneberger Zeitung, im September 1872 über Viernau die Gefahr einer Feuersbrunst. Man wurde glücklicherweise des Feuers noch rechtzeitig gewahr und konnte es im Keime ersticken. Die Gefahr war durch das Flachsdörren im Backofen herbeigeführt worden. In den Jahren 1874 und 1876 wurden wiederum mehrere Wohnhäuser im Ort eingeäschert.

Wie anfangs erwähnt hat der durch den Kreistag bestätigte Kreis-Brand-Direktor Oskar Schwarze am 14. Januar 1875 eine vorläufige Dienstanweisung erlassen, in welcher für die Orte des Kreises Schleusingen die Errichtung militärisch ausgebildeter Feuerwehren empfohlen wurde. Viernau war von den Landgemeinden einer der ersten Orte im Kreis Schleusingen, wo auf Grund dieser Empfehlung bereits Anfang des Jahres 1875 eine militärisch ausgebildete Feuerwehr gebildet wurde. 1875 kann somit als das Gründungsjahr der FREIWILLIGEN FEUERWEHR Viernau angenommen werden.

Die technische Ausrüstung der Viernauer Wehr wurde durch die Anschaffung zwei neuer Handdruckspritzen in den Jahren 1876 und 1892 verbessert. Im Ort stand ein umfangreiches Brunnensystem zur Verfügung.

Für die Amtsbezirke Viernau, Kühndorf und Schwarza wurde am 12. April 1877 eine neue Regelung für das Feuerlöschwesen verordnet. Sie bestand aus 15 Paragraphen. Folgende Auszüge gebe ich wieder:

Feuerwehrpflichtig waren alle männlichen Personen vom 20. bis 50. Lebensjahr, welche sich in Besitze der staatsbürgerlichen Ehrenrechte befinden. Ausgenommen von dieser Verordnung waren alle öffentlichen Beamten-, Amts- und Gutsvorsteher, Dorfgerichtspersonen, Ärzte, Apotheker und Personen mit körperlichen Gebrechen.

An der Spitze der Ortsfeuerwehr steht ein Commandant (Brandmeister, Oberfeuerwehrmann), welcher auf Vorschlag des Amts- und Ortsvorstehers von dem Kreisbranddirektor ernannt wurde.

Die Kosten der Einrichtung und Ausrüstung der Feuerwehren übernimmt die betreffende Gemeinde.

Die Feuerwehr bildet in sich folgende Abteilungen: a) Die Steiger-Compagnie, welche aus freiwillig dazu sich Meldenden formiert wird und deren Zahl die örtlichen Verhältnisse bedingen. Wo von Bildung einer Steiger-Compagnie Abstand genommen wird, tritt eine Rettungs-Compagnie an deren Stelle; b) Die Druckmannschaften (Spritzen-Compagnie); c) Die Absperrungs-Compagnie, aus welcher die Feuerläufer von der Ortsbehörde bestimmt werden.

Aufzeichnungen zum Brandwesen unserer Gemeinde und zur Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Viernau

Durch Blitzschlag brannte am 29. Juni 1876 das Haus des Zweckschmiedes Johann Georg Weyh in der Biergasse nieder.

Am 26./27. August 1880, um 2 Uhr nachts, brannte das Wohn- und das Backhaus des Preußischen Oberforstgehöft in Viernau nieder. Es stand in der jetzt rechtwinkligen Fischbach-Bermbacher-Straße und wurde vom Königl. Oberförster Bormann und dessen Familie bewohnt. Es wird berichtet, daß trotz vorbildlichem Einsatz der Ortsfeuerwehr, das Gehöft niederbrannte. Da kein geeignetes Gebäude für die Oberförsterei im Ort vorhanden war, die Unterförsterei in der Biergasse war zu klein, in dieser wohnten bereits zwei Försterfamilien, zog die Oberförsterei nach Benshausen um. Inzwischen wurde in unserem Nachbarort Schwarza ein Gebäude für eine Oberförsterei errichtet und ein wichtiges Amt für die Viernauer Ortsentwicklung ging somit verloren. (Ausführlicher Bericht dazu im Anhang.)

Am 7. Februar 1883 bricht früh 6 Uhr auf einem Gehöft ein Feuer aus. Eine Scheune mit Stallungen wird eingeäschert. Zum Glück herrschte Windstille und Hilfe war sofort zur Hand. Es war das Anwesen des Wagners Johann Roos.

Am 28. April 1883 werden Feuerwehr und die Viernauer Holzhauer zu einem Waldbrand im Königl. Forstdiskret am „Unkenberg“ gerufen. Herrschende Windstille und angestrengte Bemühungen der Beteiligten verhinderte eine größere Ausdehnung. Trotzdem wurde ein größerer Bestand 20-jähriger Kiefer vernichtet.

Am 30. Mai 1885 fand in Heinrichs eine größere Übung der Feuerwehren aus den Amtsbezirken des Kreises Schleusingen statt. Von den 229 teilnehmenden Feuerwehrleuten stellten die Amtsbezirke Viernau, Kühndorf und Schwarza allein 89 Wehrmänner.

Am 10. Juni 1885 bricht in unserem Nachbarort Herges-Hallenberg gegen 2 Uhr morgens eine Feuersbrunst aus. In kurzer Zeit werden 8 Wohnhäuser und 7 Nebengebäude eingeäschert. Die Brandkatastrophe forderte 2 Todesopfer unter der Bevölkerung. Die Feuerwehren aus Herges-Hallenberg, Viernau, Steinbach-Hallenberg und Bermbach retteten die Kirche und weitere Wohnhäuser vor dem Flammenmeer.

Zu einem größeren Brand kam es am 27. August 1887 früh gegen 1 Uhr auf dem Anwesen des früheren Viernauer Schulzen Henkel. Das Feuer vernichtete eine Scheune, einen Viehstall, den Schafstall und einen Schuppen. Auch das Nachbarhaus einer Familie Wagner wurde ein Opfer der Flammen. Zum Glück waren sämtliche Gebäude und das Mobiliar versichert.

Im März 1893, beim Brand des Krichling`schen Anwesens in der.Rüsse unterstützten die Feuerwehr unseres Nachbarortes Herges-Hallenberg die Viernauer Ortsfeuerwehr.

Am 6. Mai 1894, nachts um 12 Uhr brannte das Wohnhaus mit Nebengebäude einer Familie Scheiber in der Biergasse trotz des schnellen Einsatzes der Feuerwehr ab.

Am 25. Juni 1895 wird ein Doppelhaus, welches in der Mitte durch eine gemeinschaftliche Tenne getrennt war, ein Opfer der Flammen.

Die Mannschaftsstärke der Viernauer Wehr ersehen wir aus einem Bericht des Kreisbranddirektors Schwarze vom 6. Dezember 1895 an den Landrat des Kreises Schleusingen. In dem heißt es: „Die gesetzliche Errichtung der Pflicht-Feuerwehren des platten Landes im Kreis Schleusingen begannen am 26. November 1874 und ist im ganzen Kreise durchgeführt. Der Kreis ist in 9 Brandbezirke aufgeteilt. An der Spitze eines Brandbezirkes steht der Bezirks-Brandmeister, die gesamten Feuerwehren sind dem Kreis-Brand-Direktor unterstellt. Die Mannschaften sind eingeteilt in Steiger, Druckmannschaften, Wachtmannschaften und Handwerker-Abteilungen. An der Spitze einer jeden Feuerwehr steht ein Brandmeister. Militärisch ausgebildet sind Steiger- und Druckmannschaften.“

Viernau gehörte zum Brandbezirk I (Schwarza) und hatte eine Mannschaftsstärke von 76 Mann , lt. einer Auflistung. Der Vollständigkeit halber möchte ich auch die übrigen Orte des Brandbezirkes I, einschließlich Mannschaftsstärke, nennen: Schwarza 78, Ebertshausen 58, Benshausen 151, Kühndorf 83, Christes 33 und Rohr 62 Mann. Die Viernauer Wehr wurde von dem Brandmeister Johannes Baumann geführt.