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Freiwillige Feuerwehr Viernau

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letzte Änderung:
10.04.2017

Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Viernau von 1950 bis 1990

In den Nachkriegsjahren war für die Viernauer FFw der Schutz der Ernte vor Bränden eine vorrangige Aufgabe. Es wurden die Druschplätze im Ober- und Unterdorf kontrolliert, die vollbeladenen Erntewagen standen dicht beisammen und zum Schutz des Erntegutes wurden von den Kameraden der FFw Feuerwachen gestellt.

Im Oktober 1952 erfolgte die Auflösung der fünf bestehenden Länder in der DDR, es bildeten sich 15 Bezirke. Die Anleitungen der örtlichen Feuerwehren wurden nun durch die Bereiche der Räte der Kreise übernommen. Ein neues Brandschutzgesetz wurde am 18. Januar 1956 erlassen. Mit diesem Gesetz wurden die örtlichen Feuerwehren der Abteilung Inneres des Rates des Kreises unterstellt. Auch wurde festgelegt, daß ab sofort Zivilverteidigung und Feuerwehr eng zusammenarbeiten mußten.

Am 1. Februar 1959 brach im Dachstuhl des Wohnhauses der Familie Hoffmann ein Brand durch Kabelbruch aus. Feuerwehr und Anwohner konnten den Brand lokalisieren, so daß nur leichter Sachschaden entstand.

Inzwischen hatte sich die technische Ausrüstung unserer Wehr vergrößert, das alte Gerätehaus in der Mühlstraße war zu klein geworden, ein Löschfahrzeug LF 25 Mercedes-Benz Typ L 3750 war 1959 an die Viernauer FFw übergeben worden. Es kam von der Schwarzaer Feuerwehr und wurde später an die Ortsfeuerwehr Christes übergeben. Im Jahre 1960 wurde in Eigeninitiative der Kameraden ein neues Gerätehaus auf der Brunnenwiese eingerichtet. Das alte Gerätehaus in der Mühlstraße wurde 1964 wegen Baufälligkeit abgerissen.

Bis zur Flußbegradigung und Regulierung der durch unseren Ort fließenden Schönau waren Hochwassereinsätze eine fast wiederkehrende Aufgabe unserer Ortsfeuerwehr. Bei einem extremen Hochwasser der Schönau im Frühjahr 1961 in unserem Ort, konnte unter Anleitung des im Brand- und Katastrophenschutz hauptamtlich tätigen Kameraden Walter Grimm die komplizierte Situation gemeistert werden. Weitere wiederkehrende Aufgaben waren: Vorbeugender Brandschutz in den örtlichen Betrieben und Wohngebieten, das Stellen von Feuerwachen bei örtlichen Veranstaltungen.

Örtliche Einsätze der Kameraden: Im Rahmen des „Nationalen Aufbauwerkes“ (NAW) und der „Mach-mit-Bewegung“ leisteten die Mitglieder der Viernauer FFw Vorbildliches, z. B. 1957 beim Bau der Sporthalle „Werner Seelenbinder“, bei Abriß und Neubau der Gaststätte „Grüner Baum“, beim Bau der über 5 km langen Wasserfernleitung von Bermbach nach Viernau im Jahre 1972 sowie beim Aufbau der Gaststätte „Wuhlheide“ und Verlegung einer Wasserleitung zur LPG etc.

Bis zur Ablösung der Dampflokomotiven durch Diesel-Loks bei der Deutschen Reichsbahn mußten die Kameraden der Viernauer Wehr oft - in den Sommermonaten zeitweise täglich - zur Löschung von Bränden an Bahndämmen ausrücken, welche durch Funkenflug entstanden waren. In Schulungen, Lehrgängen und Anleitungen wurde die Einsatzbereitschaft der Wehr gestärkt. Die Mannschaftstärke der Ortsfeuerwehr in den Jahren 1960 bis 1964 bestand aus 36 Feuerwehrleuten.

In den Abendstunden des 22. März 1964 konnte, durch rechtzeitiges Auslösen des Feueralarms, die FFw Viernau mit der zur Hilfe herbeigeorderten Berufsfeuerwehr Kommando Suhl ein möglicher Industriebrand im damaligen Sägewerk Ullmer - Betriebsteil Galvano - verhindert werden.

Im Jahre 1964 schied der Wehrleiter Oberbrandmeister Christian Dähn aus dem aktiven Dienst aus. Er hat sich um das Feuerlöschwesen unserer Gemeinde vedient gemacht. Auf Grund seiner Verdienste erhielt er die Ehenmitgliedschaft der FFw Viernau. Eingetreten in die Viernauer Feuerwehr am 1. Januar 1912 wurde er anläßlich seines 50-jährigen Dienstjubiläums am 20. Juli 1962 mit der Medaille für selbstlosen Einsatz bei der Bekämpfung von Katastrophen und Bränden geehrt. Er hatte als Wehrleiter von 1. September 1929 bis zum 30. Oktober 1964 dieses nicht immer leichte Amt gewissenhaft geleitet. Anzumerken sei, daß in den Jahren 1952/53 zwischenzeitlich der Kamerad Fritz Hellmann die Funktion des Wehrleiters ausübte.

Nach dem Ausscheiden des Kameraden Christian Dähn wurde am 1. November 1964 der Unterbrandmeister Adelbert Herrmann zum Wehrleiter berufen. Diese Funktion wurde von ihm bis 1967 wahrgenommen.

An der damaligen polytechnischen Oberschule „Werner Seelenbinder“ Viernau kam es in den 60-er Jahren zur Bildung einer AG „Junger Brandschutzhelfer“. Diese AG wurde von den Kameraden der FFw, besonders von den Kameraden Horst Günther und Helmut Reinhardt, betreut. Viele Auszeichnungen bei Leistungsvergleichen konnten errungen werden (1 x Bezirkssieger und 8 x Kreissieger um einige zu nennen).

Auf Grund eines Personalrückganges wurde in den Jahren 1966/67 durch den damaligen Bürgermeister Walter Grimm eine Pflichtfeuerwehr für unseren Ort eingeführt mit dem Ziel, die Mannschaftsstärke der FFw Viernau wieder zu erhöhen. In diesem Zeitraum fiel die Grundsteinlegung für den Anbau an das Gemeindeverwaltungsgebäude. In einem selbstlosen Einsatz durch die Kameraden der Viernauer Feuerwehr wurde ein neues Domizil geschaffen für die Aufnahme der inzwischen erweiterten technischen Ausrüstung, die im Jahre 1968 durch ein Löschfahrzeug vom Typ LF 8-TS 8-STA auf LO 1801 A wesentlich erhöht wurde. Es stammte aus der ersten Serie und hatte als Besonderheit Fenster in der Plane. Ab dem Jahre 1968 wurde in der DDR die „Woche der Winterbereitschaft und des Brandschutzes“ eingeführt, welche jährlich in jeder 3. Woche im Oktober stattfand.

Mit der seit dem 1. Januar 1960 in Viernau angesiedelten Werkzeugmaschinenfabrik VEB Wema wurde durch die Gemeinde Viernau u. a. ein Territorialvertrag zur gegenseitigen Hilfe im Rahmen des Brandschutzes und Katastropheneinsatzes abgeschlossen. Es ging dabei vor allem um die Gewährleistung der ständigen Einsatzbereitschaft der FFw Viernau und der Betriebsfeuerwehr des damaligen VEB Wema, da viele Feuerwehrmänner unseres Ortes in diesem Betrieb beschäftigt waren und anfangs in beiden Wehren ihren Dienst versahen. Im Jahre 1984 wurde dieser Vertrag präzisiert, es sollten z. B. gemeinschaftliche Übungen und Schulungen abgehalten werden.

Der Kamerad Walter Gröschel von der FFw Viernau wurde als Wehrleiter der Betriebsfeuerwehr berufen. Er übte die Funktion bis zur Auflösung des Betriebes im Jahre 1992 aus. Der Kamerad Fritz Hellmann, ebenfalls von der Viernauer Wehr, erhielt auf Grund seiner Verdienste beim Aufbau der Betriebsfeuerwehr die Ehrenmitgliedschaft der Betriebsfeuerwehr des VEB Wema.

Zum Wehrleiter der FFw Viernau wurde im Jahre 1967 der Kamerad Herbert Hoffmann berufen, der dieses Amt bis 1981 bekleidete.

Trotz umfangreicher Brandschutzmaßnahmen und Aufklärungsarbeiten kam es am 7. Juni 1974 gegen 16 Uhr durch Kinderhand zu einem Scheunenbrand in der Ernst-Thälmann-Straße, welcher schnell um sich griff. Das Feuer breitete sich auf zwei benachbarte Scheunen und Schuppen aus. Trotz sofortiger Brandbekämpfung konnten die Kameraden der FFw Viernau und Schwarza sowie die Betriebsfeuerwehr VEB Wema und die herbeigeorderte Berufsfeuerwehr des Kdo. Suhl nicht verhindern, daß alle 3 Scheunen und zwei Schuppen abbrannten. An den Dachgiebeln zweier benachbarter Wohngebäude entstand ebenfalls Brandschaden.

Am 19. Dezember 1974 wurde ein neues Brandschutzgesetz der DDR erlassen. Ausgehend von diesem Gesetz erfolgte in den Kreisen und Städten die Neugründung von Wirkungsbereichsleitungen. Ihre Angehörigen blieben Mitglieder ihrer Feuerwehren, waren aber vom Dienst in diesem befreit. Im Wirkungsbereich Schwarza war der Kamerad Walter Gröschel verantwortlich für den Bereich Technik.

Mit der endgültigen Fertigstellung des Anbaues an die Gemeindeverwaltung im März 1974 standen der Viernauer Feuerwehr jetzt zwei Garagen und 1 Aufenthaltsraum zur Verfügung. Ab 1989 kam eine dritte Garage hinzu und im Jahre 1991 ein weiterer Aufenthaltsraum. Trotz Regulierung der Schönau kam es am 7.März 1981 durch eine plötzliche Schneeschmelze in den Bergen des Thüringer Waldes zu einem extremen Hochwasser. Durch den selbstlosen Einsatz unserer Feuerwehr unter erschwerten Bedingungen konnte an der „Insel“ größerer Schaden verhindert werden.

Im Jahre 1981 übernahm erneut der Kamerad Adelbert Herrmann die Funktion des Wehrleiters und begleitete dieses Amt bis Dezember 1983.

Im Finanzplan der Gemeinde Viernau standen für die Ortsfeuerwehr zur Abwendung von Bränden und Katastrophen in den 70-er und 80-er Jahren, einschließlich materiell-technischer Ausstattung, jährlich im Durchschnitt 10.000,- Mark zur Verfügung. Folgende Kameraden führten ab 1984 die Funktion des Wehrleiters aus:

Udo Gratz von 01/84 bis 02/86
Dieter Linß von 02/86 bis 09/86
Roland Henkel von 09/86 bis 07/89
Udo Gratz seit 08/89